Backlog
Auf einen Blick
Was ist ein Backlog?
Ein Backlog beschreibt eine fortlaufend aktualisierte Sammlung von Arbeitspaketen, die noch umgesetzt werden sollen. Diese Einträge können unterschiedliche Formen annehmen, etwa fachliche Anforderungen, User Stories oder funktionale Beschreibungen einzelner Features. Besonders verbreitet ist der Einsatz von Backlogs in agilen Vorgehensmodellen wie Scrum oder Kanban.
Der Begriff „Backlog“ lässt sich sinngemäß als offener Aufgabenbestand verstehen. Durch diese Arbeitsweise ist es möglich, Planung und Umsetzung im agilen Projektmanagement teilweise gleichzeitig stattfinden zu lassen, anstatt sie strikt zu trennen.
Dabei dient das Backlog als strukturierendes Element: Die enthaltenen Aufgaben werden nach ihrer Bedeutung priorisiert und schrittweise bearbeitet, häufig in zeitlich festgelegten Iterationen. Auf diese Weise kann ein Team kontinuierlich funktionale Ergebnisse liefern und gleichzeitig vereinbarte Termine sowie Budgetvorgaben einhalten.
Arten von Backlogs
In agilen Vorgehensweisen existieren unterschiedliche Backlog-Typen, deren Ausprägung vom verwendeten Framework und der Organisationsgröße abhängt.
Im Scrum-Framework wird zwischen zwei zentralen Backlogs unterschieden. Das Product Backlog bildet den gesamten geplanten Funktions- und Leistungsumfang eines Produkts aus Anwendersicht ab und stellt die übergeordnete Grundlage für die Entwicklung dar. Aus diesem wird für einen festgelegten Iterationszeitraum ein Sprint Backlog abgeleitet, das von Product Owner und Entwicklungsteam gemeinsam definiert wird und den konkreten Arbeitsumfang eines einzelnen Sprints beschreibt.
Für großskalige Entwicklungsumgebungen mit mehreren Teams, wie sie im Scaled Agile Framework (SAFe) vorgesehen sind, wird die Backlog-Struktur weiter differenziert. Hier kommt ein mehrstufiges Backlog-Modell zum Einsatz:
- Der Team Backlog enthält die umsetzungsnahen Arbeitspakete einzelner Teams und entspricht funktional dem klassischen Product Backlog.
- Der Program Backlog wird auf Programmebene genutzt und dient der Steuerung und Priorisierung des Produktlebenszyklus durch das Produktmanagement.
- Im Solution Backlog werden übergreifende Lösungsansätze, technische Hilfsmittel oder Komponenten gebündelt, die zur Umsetzung des Program Backlogs erforderlich sind.
- Der Portfolio Backlog umfasst genehmigte und konzeptionell ausgearbeitete Epics, die strategisch relevant sind, sich jedoch noch außerhalb der aktiven Umsetzung befinden.
Welche Backlog-Struktur sinnvoll ist, hängt maßgeblich vom organisatorischen Kontext ab. In Umgebungen mit mehreren Entwicklungsteams empfiehlt sich eine Aufteilung in teambezogene Backlogs, um Verantwortlichkeiten klar zu trennen. Arbeiten alle Beteiligten in einem einzelnen Team, kann ein zentrales Backlog ausreichend sein, das zugleich als Grundlage für die Release-Planung dient.
Was sind Backlog Items?
In Backlogs werden unterschiedliche Arten von Einträgen verwaltet, die sogenannten Backlog Items. Dabei lassen sich unter anderem folgende Items unterscheiden:
- User Story
- Epic
- Job Story
- Funktionale Anforderungen
- Qualitätsanforderungen
- Use Case
- Defect (Bugs & Errors)
- Impediment
Im besten Fall enthält jedes Item eine Beschreibung, eine Priorität, eine Aufwandsschätzung sowie einen Kundennutzen. Je höher die Priorität des Items ist, desto genauer wird es in der Praxis spezifiziert. Gleichzeitig sorgt die steigende Priorität dafür, dass das Item mit höherer Wahrscheinlichkeit abgearbeitet beziehungsweise realisiert wird.
Nutzen und Zielsetzung
Der Einsatz eines Backlogs unterstützt Teams und Organisationen dabei:
- Arbeitsinhalte transparent darzustellen
- Prioritäten nachvollziehbar zu setzen
- Umfang, Zeit und Budget besser zu steuern
- Lieferfähigkeit trotz sich ändernder Anforderungen sicherzustellen
Damit trägt das Backlog wesentlich zur Planbarkeit und Qualität von Ergebnissen bei.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Ein Backlog unterscheidet sich von klassischen Projektplänen oder Aufgabenlisten durch seinen dynamischen Charakter. Während Projektpläne meist fixe Zeit- und Ablaufstrukturen abbilden, bleibt ein Backlog bewusst offen für Anpassungen. Im Gegensatz zu einer einfachen To-do-Liste ist ein Backlog priorisiert und strategisch ausgerichtet.



